Geschätzte Leserin, geschätzter Leser,
das Jahr 2024 ist Geschichte. Es wird global gesehen, gemessen an den Kriegstoten, aber auch den Umsatzzahlen der Rüstungsindustrie, als eines der am blutdurchtränktesten Jahre des letzten Jahrzehnts in die Geschichte eingehen und weltweit werden 2025 Kriege und Klimakrisen („k. u. k.“) weiterhin die Tagespresse beherrschen. Auch innenpolitisch bestimmt „k. u. k.“ (Wahlgewinner Kickl und Koalitionsregierung ohne Wahlgewinner) das politische Geschehen und damit verschwindet das Bundesheer und sein Aufbauplan von den Titelseiten der Boulevardpresse. Aber gerade daran, wie es mit dem Aufbauplan weitergeht, sind wir Militärs besonders interessiert, denn was wird die nächste Regierung mit dem Aufbauplan machen: weiterhin priorisieren, an das Budgetloch anpassen oder wie bei so vielen Hoffnungskonzepten einfach nur schubladisieren?
Bislang ist in der Euphorie der Budgeterhöhung beim Ankauf von neuem Gerät Beachtliches geschehen und auch bei den Konzepten kann das Ressort bereits erfolgversprechende Neuerungen vorweisen. Es fehlt allerdings noch immer der Wille, endlich die verpflichtenden Truppenübungen wieder einzuführen und die Attraktivierung des Soldatenberufes umzusetzen, denn der Miliz und dem Aktivheer geht das Personal aus beziehungsweise junge Kadersoldaten verlassen bereits in Scharen die Streitkräfte. Des Weiteren ist die Neuorganisation der Zentralstelle und des Streitkräfteführungskommandos, dem einst so wichtigen Bindeglied zum Bundesheer, völlig gescheitert. Wäre ich Universitätsprofessor für Organisationslehre, würde ich den dafür Verantwortlichen ein glattes „Nicht genügend“ geben. Nachdem diese Ausgabe um die Weihnachtszeit erscheint, wünsche ich mir vom Christkind für unsere Streitkräfte, dass nach den ressortinternen allerhöchsten Hirtenspielen „Experimentelle Organisation – oder wie zerstöre ich geordnete Abläufe“ wieder ein ernsthaftes Konzept der Organisation der Zentralstelle und des Bundesheeres, gestützt auf gesichertem Wissen der Organisationslehre, umgesetzt und rasch ein Streitkräfteführungskommando eingerichtet wird. Einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein erfolgreiches 2025 wünscht Ihnen
Ihr Chefredakteur
Harald Pöcher